Die zwei Seiten des Friedens

Reden vom 14. Juli 2014 – dem 225. Jahrestag der Französischen Revolution

Am 14. Juli 2014 hielten bei der 8. Mahnwache für den Frieden drei Sprecher ihre Reden: Wolfgang Theophil, Juri Harwardt und Christoph Köhler.

Wolfgang Theophil sprach zu “225 Jahre französiche Revolution 1789 – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“. Die Rede können Sie als Text auf TV-ORANGE nachlesen.

 

Die Kernsätze von Köhlers Rede “Die zwei Seiten des Friedens

1. “Das friedlich wahrgenommene Friedliche strahlt einen Glanz aus und
bekommt ihn von mir zurückgestrahlt.” Peter Handke, 1981.

2. Diese Affirmation, als Wahrnehmungsvorgang praktiziert, läßt eine hin und her
schwingende, sich verstärkende Lemniskate von Licht entstehen zwischen Mensch
und Aussenwelt, d.h. einen befriedeten Zustand zwischen Ich und Welt.

3. “Wenn man mit sich selbst in Frieden lebt, hat man weniger Störeinflüsse zu
verarbeiten”. Briefzitat.

4. Anzustreben, frei von Störeinflüssen friedlich das Äußere wahrzunehmen,
erhöht als Effekt die Ausstrahlung, das Charisma jedes Einzelnen, und damit die
Wirksamkeit der Mahnwachen.

5. “Dann hat das, was in den Tiefen unserer Seele wohnt, endlich die Möglichkeit
ins Bewußtsein zu kommen.” Briefzitat.

6. Friedensfähigkeit ist dem Menschen eingeboren – sie ist seine Kernkompetenz
als Mensch, und ruht von Geburt an als sein wesentliches Fundament tief in ihm.
Der Mensch ist im Kern Friedensstifter.

7. Die aktuell entstandene Bewegung der Mahnwachen ist ein Beleg dafür, wie das
menschliche Kernanliegen des Friedenstiftens erdrutschartig in den
Bewußtseinsraum einer wachsenden Anzahl von Menschen tritt.

8. Die Friedensarbeit des Einzelnen an sich selbst (s.o.1&2) führt zu einer sich
qualitativ gegenseitig immer weiter steigernden Dynamik – einerseits ‘draußen’ in
der Welt, und andrerseits wiederum im Inneren des Einzelnen.

9. Will man erfolgreich sein, sind Störeinflüsse wie etwa Rundfunk, Fernsehen,
Internetsurfen, Zeitunglesen zu minimieren, und sich nur höchst maßvoll
zuzumuten.

10. Statt solches ‘Fremdes’ im Übermaß in sich ‘einzufüllen’, ist es hilfreicher,
besonders am Morgen, in Ruhe und Stille bei sich zu verweilen, und im Wechsel
dazu mit dem Blick den Himmel wahrzunehmen – und damit obigem Vorgang
(s.o.1) Raum zu geben.

Die gesamte Rede in Schriftform von Christoph Köhler – Juli 2014

 

Juri Harwardt sprach zu Aktivierung und Mobilisierung im Sinne von Versammlung, dem Zustandebringen einer Ansammlung und demokratischen Mehrheit von Menschen, die sich in offenem Raum zeigen und sich dort für Frieden einsetzen.